kein Online-Shop ?

Bild oben: Fietsenmakerij Freewheel, Bilderdijkstraat, Amsterdam, Februar 2017

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“Es gibt kein richtiges Leben im falschen”

Theodor W. Adorno

Nein, Tretmühle Tübingen hat keinen Online-Shop!

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Zum Thema Online-Shop, siehe nächster Abschnitt.

Zur Info: Da immer wieder Anfragen zum Transport von Bakfietsen oder anderen Cargobikes gestellt werden.

Der Versand von fertig montierten Bakfietsen/Cargobikes per Spedition ist per se problematisch. Beim Versand per Spedition besteht immer die Gefahr von Beschädigungen. Das Rad müsste auf speziell angefertigten Paletten sicher verpackt werden, um dies zu vermeiden.

Das würde  finanziell weit über dem Preis liegen, den die meisten Cargobike-Interessierten bezahlen würden. Das Leihen oder Mieten eines Kleintransporters oder Anhängers dürfte da die preiswertere Lösung sein.

Der Transport per Zug ist prinzipiell möglich aber unter Umständen sehr anstrengend und nur mit mindestens zwei Mitreisenden empfehlenswert.

Zudem verkehren z.B. auf der Strecke Tübingen-Stuttgart einige Züge mit Waggons zur Fahrradmitnahme mit steilen Einstiegs-Treppen.

An Umsteige-Bahnhöfen müssen Räder dieser Größe meistens über die Treppen zum nächsten Bahnsteig getragen werden. In die üblichen Bahn-Aufzüge passen Cargobikes nicht.

Beim Umsteigen sollte genug zeitliche Toleranz eingerechnet werden, damit es keinen Streß gibt.

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Das Thema “kein Online-Shop” ist nicht in drei Sätzen erklärt.

Ich lege Wert auf persönliche Beratung. Deshalb freue ich mich auch, wenn KundInnen von außerhalb bewusst meinen Laden aussuchen.

Für die Abwicklung der Bezahlung können dann selbstverständlich die Vorteile von E-Mail und Internet genutzt werden, z.B. Beratung und Bestellung im Laden, Anzahlung über Mail/Internet, Abholung des Rades im Laden.

Transporträder lassen sich ohnehin nicht einfach, kostengünstig und risikofrei an Privatpersonen versenden.

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Mein Horizont endet auch nicht am Mousepad oder an meiner Ladentheke.

Ausufernder Online-Handel ist weder ökologisch noch sozial.

Wenn der Fahrer oder die Fahrerin einer Spedition an einem normalen Arbeitstag 84 Stationen anfahren und 120 Pakete abliefern muss (wie mir ein Fahrer im  Jahr 2012 auf Nachfrage berichtete) – und das auch noch in einem sich über 150 km ausstreckenden Gebiet – kann sich jeder Mensch an zwei Händen abzählen, was das für den Stundenlohn, die Verkehrssicherheit usw. bedeutet, ganz zu Schweigen von den Arbeitsbedingungen bei großen Online-Händlern.

Irgendjemand bezahlt immer die Preisdifferenz zum stationären Fachhandel mit seinem/ihrem Lohn, durch Mehrarbeit etc. und irgendjemand schöpft jeweils einen Mehrwert ab.

Das Fahrrad ist ein geniales Verkehrsmittel. Es kann Teil eines alternativen Lebensstils sein- im Kontrast zur autozentrierten Marktgesellschaft.

Dazu gehört auch das Denken in größeren Zusammenhängen (Fertigung, Transport, Vertrieb). So werden z.B. die Fahrräder von Azor und Bakfiets.nl komplett in Belgien und den Niederlanden gebaut, im Kontrast zu billigen Kopien aus Fernost.

Manches ist dadurch etwas teurer. Aber “goedkoop is duurkoop”, wie ein niederländisches Sprichwort sagt. Frei übersetzt: “Billig gekauft, wird teuer bezahlt” (von der Kundschaft wenn z.B. nach relativ kurzer Zeit teure Reparaturen anstehen; von Beschäftigten, wenn die Löhne niedrig sind). Qualität hat ihren Preis (und sozialer Zusammenhalt auch). Dafür gibt es dann in den allermeisten Fällen einen Gegenwert, der hält, was er verspricht.

 

Ihr/Euer Tobias Kröll

August 2013